Dalking - Gleißenberg

Pfarramt St. Peter und Paul
Dalking
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Dalking
Pfarrer-Reitinger-Straße 4, 93495 Weiding
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Pfarramt St. Bartholomäus
Gleißenberg
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H.H. Franz Merl, Pfarrer
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Frau Silvia Fuchs, Gemeindereferentin
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Kapellen- und Glockenweihe bescherte Friedendorf großen Festtag

6/27/2015

Friedendorf.

Einen großen Festtag erlebte am vergangenen Samstag (27. Juni 2015) die Pfarrgemeinde Dalking, vor allem das kleine Bergdorf Friedendorf: Die im Auftrag des Bischofs von Regensburg erfolgte Glockenweihe der renovierten Dorfkapelle sowie ein anschließendes Kirchweihfest unter freiem Himmel.

Bereits im Vorfeld traf sich die Friedendorfer Dorfgemeinschaft, um nach einigen Jahren wieder die Aufstellung eines Kirtabaumes zu beschließen. Gestiftet wurde dieser Baum von Renate Luger jun. und die Friedendorfer packten fleißig mit an, um den Baum am Samstag noch vor der mittäglichen Stunde emporzuhieven. Eine kleine Brotzeit beendete dieses Gemeinschaftswerk, ehe dann am Nachmittag die Kapellen- und Glockenweihe auf dem Programm stand. Auch dazu hatte wieder die gesamte Dorfgemeinschaft mit angepackt und Kaffee- und Kuchen sowie anschließend eine deftige Gulaschsuppe vorbereitet.

Renate Luger sen. ließ es sich nicht nehmen, um in ihrer kurzen Begrüßung an die zahlreichen Festbesucher das große Anliegen auszudrücken, das nun mit dem Weihetag der Kapelle seinen krönenden Abschluß finde. Beide, Renate Luger sen. und ihr bereits verstorbener Ehemann Franz hatten noch zu seinen Lebzeiten versprochen, die rund 165 Jahre alte Kapelle, die seit 1980 im Privatbesitz der Familie ist, zu renovieren und neu auszustatten. Allein der leere Glockenturm kündete schon von Weitem von diesem bis dato unerfüllten Wunsch.

Konrad Schreiner, der sich im vergangenen Jahr intensiv mit den Kapellen der Pfarrei und deren Geschichten befaßte, unterstützte Renate Luger bei ihrem Vorhaben, eine neue Glocke gießen zu lassen. In Schreiners Pfarrchronik steht über die Kapelle geschrieben: Man muß sozusagen auf die Kapelle aufschauen, um die „Erhabenheit“ des alten Bauwerkes christlichen Glaubens zu verinnerlichen. Die Glockengießerei Anton Gugg aus Straubing wurde schließlich mit der neuen Bronzeglocke beauftragt und im Frühjahr dieses Jahres konnte die Montage im Glockenturm erfolgen. Auch ein neues Kreuz der Holzschnitzerei Josef Heinrichmeyer aus Rimbach sowie eine Heilig-Geist-Taube zieren nun den renovierten Innenraum des Sakralbaus. Neben der Trockenlegung erhielten auch Dach und Gebäude einen frischen Anstrich.

Pfarrer Franz Merl, der im Auftrag des Bischofs und durch Erlaubnis des Generalvikars der Diözese Regensburg die Weihehandlung vornahm, ging nach Schriftlesung und Evangelium in seinen Worten auf das Fundament einer Kirche und einer Kapelle ein. Der Glaube an Jesus Christus sei es, der die Gläubigen immer wieder zum Gebet zusammenführe. Renate Luger habe weder Kosten noch Mühe gescheut, um diese alte Marienkapelle als Mittelpunkt der Ortsgemeinschaft zu sanieren. Hier können sich die Beter versammeln zum gemeinsamen Rosenkranzgebet, zu Maiandachten und anderen Gebetsanliegen. Der Schutz der Gottesmutter, unter den sich die Gläubigen hier stellen können, soll ebenso ein Ansporn zum Besuch dieses kleinen Gotteshauses sein.

Im Anschluß folgten die Segensgebete für die Kapelle, die neue Glocke und das neue Kreuz. Mit Weihwasser besprengte der Geistliche das Gebäude mehrmals und stellte es damit in den Dienst des Allerhöchsten. Die Halmberger Sänger gaben mit schönen Weisen, die zum Teil aus der Bayerischen Messe stammten, der Andachtsfeier einen würdigen Rahmen. Nach dem gemeinsamen Lied „Lobe den Herren“ wurde die geweihte Glocke erstmals per Hand von Johann Hausladen geläutet. Die versammelte Pfarrgemeinde lauschte dabei andächtig dem weichen Klang der neuen Bronzeglocke.

Auch Bürgermeister Daniel Paul war es ein Anliegen, zum großen Festtag in Friedendorf einige Worte an die Festgemeinde zu richten. Der Dienst einer Glocke an Gott sei manchen direkt auf den Leib geschrieben, so das Gemeindeoberhaupt. „Die Lebenden rufe ich, die Toten beweine ich, den Glauben verkünde ich, zum Frieden mahne ich“, ist auf so manchen Glocken zu lesen. Genau wie Johannes der Täufer, dessen Geburtsfest erst vor wenigen Tagen gefeiert wurde, als Rufer in der Wüste auf Christus hinweise, so rufen und mahnen auch die Glocken. Mit dem Klang einer Glocke werde dem Menschen die eigene Vergänglichkeit bewußt. Immer wenn Glocken vom Turm geholt und zerstört wurden, wie dies nicht nur im Zweiten, sondern auch im Ersten Weltkrieg und zu Zeiten der Säkularisation geschah, läutete dies eine Zeit des Unheils ein. Wo Glocken schweigen, da scheint auch Gott seine schützende Hand zurückzuziehen und lebensfeindliche Kräfte hätten freien Lauf, mahnte der Bürgermeister. Abschließend wünschte Paul allen Versammelten, besonders der Dorfgemeinschaft Friedendorf, daß diese Glocke zur Ehre Gottes und den Menschen zur Mahnung an Gebet und Frieden lange ihre Stimme erheben möge. Als Anerkennung und zur Verwendung für Blumenschmuck oder dergleichen überreichte er eine kleine Geldspende.

Renate Luger, die nach der würdigen Feier sichtlich gerührt war, lud die Festgemeinde zur Kirchweihfeier bei Speis und Trank herzlich ein. Pinzings Musiker Karl Schneider spielte zum weltlichen Teil zünftig auf und die Gäste hielten sich dank des schönen Wetters noch lange unter freiem Himmel in Friedendorf. Zudem nutzten viele Gläubige die Gelegenheit, um die Kapelle zur kurzen Andacht zu besuchen und sich von Renate Luger über die Inneneinrichtung zu informieren.

Bild_1_Glockenweihe_Kapelle Bild_2_Glocke wurde erstmals geläutet
Bild_3_Spende Bürgermeister Bild_4_neues Kreuz_neuer Innenraum