Dalking - Gleißenberg

Pfarramt St. Peter und Paul
Dalking
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Dalking
Pfarrer-Reitinger-Straße 4, 93495 Weiding
E-Mailpfarramt.dalking@t-online.de
www.pfarrei-dalking.de

Pfarramt St. Bartholomäus
Gleißenberg
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H.H. Franz Merl, Pfarrer
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Frau Silvia Fuchs, Gemeindereferentin
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Mit dem Herzen glauben und auf die Menschen zugehen

8/9/2016

Dalking.

Daß viele Geistliche aus Afrika oder Indien in den Sommermonaten oft für eine Urlaubsvertretung in Deutschlands Bistümern zur Verfügung stehen, ist schon ein gewohntes Bild. Und doch ist es immer wieder ein besonderes Erlebnis, Priester einer anderen Nation kennenzulernen. In die Pfarreiengemeinschaft Dalking-Gleißenberg ist vor wenigen Tagen Pfarrer Anthony Adeola zur Vertretung von Pfarrer Franz Merl gekommen – und:

Die Herzen der Gläubigen hat der Geistliche bereits für sich gewonnen. Er versteht es, auf die  Menschen zuzugehen und hat schon für so manche Überraschung gesorgt. Nicht nur, daß es auch werktags eine kurze Predigt gibt – wohlgemerkt aus dem Stegreif heraus – sondern Pfarrer Anthony verläßt das Ambo und mischt sich unters gläubige Volk, was dem ein oder anderen Besucher der Heiligen Messe anfangs doch etwas ungewohnt erschien.

Doch es wird als ausschließlich positiv empfunden und seine treffenden Worte berühren die Menschen im Gotteshaus.

Pfarrer Anthony Adeola ist Priester aus tiefer Überzeugung. Wir durften ihn ein wenig kennenlernen und mit ihm seinen Werdegang und seine erste Woche in Dalking und Gleißenberg Revue passieren lassen. Und neben seinem Dienst als Seelsorger kam auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Mit den Senioren aus der Pfarrei Dalking und Bürgermeister Daniel Paul besuchte er nicht nur das Chamer Volksfest, sondern er schaute auch beim OGV-Fest in Gleißenberg am Sonntag-Nachmittag im Festzelt vorbei.

Geboren wurde er am 26. April 1973 in Islington, einem Ortsteil in Nordlondon. Bereits im Kleinkindalter ging es mit seinen beiden Schwestern und den Eltern in dessen Heimatstadt Ibadan, einer Stadt in Nigeria und Hauptstadt des Bundesstaates Oyo. Für ihn und seine Mutter sollte es nur ein Jahr in Westafrika sein, dann folgte der erste Besuch und längere Aufenthalt in Regensburg und Umgebung, wo die Mutter als Ärztin im Einsatz war. Die beiden Schwestern machten sich mit dem Vater wieder auf nach London.

Anthony besuchte daher auch die ersten Grundschuljahre in Ostbayern, ehe es 1983 wieder zurück nach Nigeria ging. Die Secondary Education, bei uns vergleichbar mit dem Gymnasium, schloß er 1991 in Ibadan mit dem Abitur ab, danach folgte von 1992 bis 1993 ein Jahr Vorbereitung, eine Art Praktikum, um schließlich ins Priesterseminar eintreten zu können. Dieses Studium bestand aus vier Jahren Philosophie und drei Jahren Theologie, welches der angehende Priester 2001 erfolgreich abschließen konnte. Der größte und schönste Tag seines Lebens war zweifelsohne die Priesterweihe am 14. Juli 2001. Dazu waren auch seine Schwestern und sein Vater nach Ibadan gekommen. Es folgte die Kaplanzeit von 2001 bis 2007 in Nigeria, nebenbei war er geistlicher Betreuer einer Schule. Aufgrund einer Freundschaft seines einstigen Bischofs in Ibadan mit dem Wiener Erzbischof und Kardinal Christoph Schönborn kam die Verbindung nach Österreich zustande. Im Rahmen eines Stipendiums, dem ein intensiver Deutsch-Kurs vorausging, folgte ein vierjähriges Studium in Österreichs Hauptstadt von 2008 bis 2012. Während dieser Zeit war er als Priester aushilfsweise im elften Bezirk Wiens seelsorgerisch tätig.

Seit seinem Magister-Studienabschluß im Jahr 2012 ist er in der Pfarre Mannswörth, Stadtgemeinde Schwechat in Niederösterreich zusammen mit drei Priestern für insgesamt fünf Pfarreien zuständig. Er strebt seine Doktorarbeit an und so Gott will, möchte ihn sein jetziger Bischof in Ibadan in zwei Jahren wieder nach Hause holen. Am Aschermittwoch dieses Jahres mußte er seiner Mutter ins Grab blicken, wozu er sich nach Nigeria aufmachte.

Urlaubsvertretungen hatte Pfarrer Anthony bisher im deutschsprachigen Teil des Schweizer Kanton Wallis sowie im vergangenen Jahr in Manchester verbracht. Und heuer hat es ihn in den Oberen Bayerischen Wald verschlagen. Aus Regensburg kam sofort die Antwort und er sagte gerne zu.

Ein Primizspruch ist in seiner Heimat nur bei Bischöfen üblich. Auf die Frage, welchen er in Deutschland wählen würde, überlegt Pfarrer Anthony nicht lange. „Ich nenne euch Freunde“ bzw. „Der Herr ist mein Hirte“. Und diese beiden Zitate aus der Heiligen Schrift treffen vollends auf den sympathischen Priester zu. Als überzeugter Arbeiter im Weinberg des Herrn hat er bei den Meßfeiern der vergangenen Tage diese tiefgründigen Aussagen in den Mittelpunkt gestellt. Die Gläubigen sollen die Herzen für Gott, für den Nächsten weit öffnen, damit Gottes Geist wirken kann. Gott ist stets an unserer Seite, egal ob in Rom, an einem Wallfahrtsort oder in Dalking, schmunzelt der Geistliche. Ach in unseren Mitmenschen, in unseren Nächsten können wir Gottes Nähe spüren. Dabei soll stets das Gebet im Mittelpunkt stehen. Und in einem ist sich Pfarrer Anthony sicher: Kein Gebet ist je umsonst! Bis 25. August vertritt er Pfarrer Franz Merl und freut sich auf noch viele Begegnungen mit den Gläubigen der Pfarreiengemeinschaft Dalking-Gleißenberg.

Pfarrer Anthony Adeola
Ein Priester nach dem Herzen Jesu: H. H. Anthony Adeola bei der Marienstatue in der Pfarrkirche St. Peter und Paul Dalking.Die liturgische Farbe Rot symbolisiert den Gedenktag der Märtyrerin Edith Stein, der Heiligen Teresia Benedicta vom Kreuz am 9. August.