Dalking - Gleißenberg

Pfarramt St. Peter und Paul
Dalking
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Dalking
Pfarrer-Reitinger-Straße 4, 93495 Weiding
E-Mailpfarramt.dalking@t-online.de
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Pfarramt St. Bartholomäus
Gleißenberg
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H.H. Franz Merl, Pfarrer
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Frau Silvia Fuchs, Gemeindereferentin
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Volkstrauertag in der Pfarrei Dalking

11/16/2014

Dalking.

Anläßlich des Volkstrauertages gedachte am vergangenen Sonntag die Pfarrei Dalking der Gefallenen und Vermißten der beiden Weltkriege. Nach dem feierlichen Gottesdienst, zelebriert von Pfarrer Franz Merl und musikalisch umrahmt vom Kirchenchor Dalking, versammelten sich die Kirchenbesucher und die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen am Ehrenmahl.

Die Soldaten- und Kriegerkameradschaft Dalking, mit Vorsitzenden Franz Spießl hatte im Vorfeld das Kriegerdenkmal würdevoll gestaltet und auch die Feierlichkeiten organisiert. Angeführt von der Blaskapelle „AuWe“ formierte sich der Kirchenzug mit den Vereinen und Vertretern der Gemeinde.

Nach dem Gottesdienst zogen die Vereine mit ihren Fahnenabordnungen zusammen mit den Gläubigen zum Kriegerdenkmal. Pfarrer Franz Merl betete für die Opfer von Krieg und Gewalt. In seiner Ansprache schilderte Bürgermeister Daniel Paul die Eindrücke vom großen Beinhaus im französischen Verdun. Erschütternd sei hier die direkte Konfrontation mit der Grausamkeit, zu der Menschen fähig sind. In den Geschichtsbüchern sei von einer Materialschlacht die Rede. Aber der Blick in die Augenhöhlen des gefallenen Soldaten sagt etwas ganz anderes. 130 000 Soldaten ruhen in diesem Beinhaus. 130 000 Menschen, die ihr Leben verloren haben in den Drängnissen dieser einen Schlacht. 130 000 junge Menschen, die Hoffnung hatten, Träume und Pläne für ihr Leben. Die Angst hatten und wieder in die Heimat wollten. Ein Blick durch das Fenster am Ossarium von Verdun muss dem Menschen zeigen: Es gibt keine Materialschlachten – es geht immer um Menschenleben. Es gibt keinen guten, sinnvollen oder heiligen Krieg, betonte der Bürgermeister, es gibt letztendlich nur menschenverachtende Grausamkeit. Friede ist ein kostbares Geschenk und muß gepflegt werden. Diese Botschaft der 130 000 Gefallenen von Verdun und der unzähligen anderen Opfer des großen Krieges erscholl wohl nicht laut genug. Denn Machtgier, Antisemitismus, Verblendung und Gewaltbereitschaft haben sich wieder zusammengefunden und die Völker im Zweiten Weltkrieg gegeneinander kämpfen lassen. Wieder waren es Menschenleben, die verloren waren, kostbare Leben voll Hoffnung und Träume. Viele sind, wie die Angehörigen auch heute noch sagen, ausgeblieben im Krieg, so Paul. Welcher Schrecken, welche Tragik und welcher Schmerz hinter dieser Aussage stecken, soll uns immer bewußt sein. Doch auch heute gibt es wieder Menschen, so der Bürgermeister weiter, die bereit sind zur Gewalt. Menschen die ihre Weltbilder und Ziele mit Brutalität und Rücksichtslosigkeit durchsetzen möchten. Ob im Kleinen oder im Großen, ob vor Ort oder im Weltgeschehen. Ein Blick durch die Fenster des Ossariums von Verdun – ein Blick in die leeren Augenhöhlen des Gefallenen, ein Blick auf die vielen Denkmäler für die Gefallenen in unseren Städten und Gemeinden, auf den Plätzen und in den Kirchen zeigt es jedem, der es begreifen möchte: Der Friede ist ein kostbares Gottesgeschenk. Die Erinnerung an die Grausamkeiten der Kriege sollte die Bereitschaft wecken, um diesen Frieden zu beten, für ihn zu danken und ihn zu bewahren, betonte Bürgermeister Daniel Paul. Den Mitgliedern der SuKK Dalking dankte Paul für die Ehrenwache in dieser Stunde, aber auch für die Pflege des Mahnmales.

Das Jahr 2014 sei ein besonderes Gedenkjahr, brachte MdB und Altbürgermeister Karl Holmeier in seiner Ansprache zum Ausdruck. 1914, vor einhundert Jahren brach der erste Weltkrieg aus. 25 Jahre später, vor 75 Jahren begann am 1. September 1939 mit dem 2. Weltkrieg ein noch viel schrecklicherer Krieg. Am Ende dieses Krieges lagen Europa und Teile der Welt in Trümmern,  ca. 80 Millionen Menschen haben weltweit ihr Leben verloren und die Welt in zwei Blöcke geteilt – in Ost und West. Vor 65 Jahren – 1949 – wurde Konrad Adenauer zum ersten Bundeskanzler der BRD gewählt. Es war ein Neuanfang in einer schwierigen Zeit, so der Bundestagsabgeordnete. 1989 – vor 25 Jahren – öffnete sich wie durch ein Wunder der Eiserne Vorhang und West und Ost begannen wieder zusammen zu wachsen. Die Einheit Deutschlands und die Einheit Europas seien Garanten für den Europäischen Frieden, so Holmeier. Der Frieden ist für uns eine Selbstverständlichkeit. Er sei aber ein Schatz, den es zu pflegen und bewahren gilt und das beste Erbe, das wir künftigen Generationen vermachen können, betonte der Abgeordnete.

Doch viele Brennpunkte in Welt machen uns wieder Angst. In der Ukraine, in Syrien und im Irak, wo islamische Terroristen die Menschen in Angst und Schrecken versetzen. Heute gedenken wir der Toten von Krieg, Gewalt und Terror. Die Mahnung zum Frieden im Kleinen und zum Frieden in der Welt sei aber auch für uns alle Verpflichtung, so Holmeier.

SuKK Vorsitzender Franz Spießl dankte den Vereinsabordnungen und den Gläubigen, die zur Gedenkfeier gekommen waren. Man sei heute zusammen gekommen um der Opfer von Krieg, Terrorismus und Gewalt zu gedenken. Spießl erinnerte dabei nicht nur an die Soldaten, die in den beiden Weltkriegen gefallen, ihren Verwundungen erlegen, in der Gefangenschaft gestorben oder seither vermißt  sind. Das Gedenken soll auch der Männer, Frauen und Kinder aller Völker gelten, die durch Kriegshandlungen ihr Leben lassen mußen. Der SuKK Vorsitzende erinnerte aber auch an die Menschen, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden oder deren leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.

Bürgermeister Daniel Paul sowie SuKK Vorstand Franz Spießl legten Kränze am Ehrenmal nieder. Während die Vereinsabordnungen stillstanden, intonierten die Bläser der Kapelle „AuWe“ „Ich hatt´ einen Kameraden“. Die Kanoniere der Soldaten- und Kriegerkameradschaft feuerten den Ehrensalut und zum Abschluss der Feierlichkeiten gaben die Musiker die Deutsche Nationalhymne zum Besten.

2014-11-16 - Volkstrauertag Dalking 1

2014-11-16 - Volkstrauertag Dalking 2