Dalking - Gleißenberg

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Dalking
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Pfarramt St. Bartholomäus
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H.H. Franz Merl, Pfarrer
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Frau Silvia Fuchs, Gemeindereferentin
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Weg nach Mariazell

9/25/2016

Gleißenberg.

Im Rahmen der Erwachsenenbildung hatte der Frauenbund Gleißenberg zu einem „waldlerischen“ Nachmittag eingeladen. Eine Lesung durch Kreisheimatpfleger Hans Wrba, begleitet von der Further Volksmusik.

Wrba las aus einem Buch der Reihe „Als ich noch ein Waldbauernbub war“ von Peter Rosegger. Rosegger zählt zu einem der bedeutendsten alpenländischen Schriftstellern. Der Sohn eines armen Waldbauern, kam 1843 als erstes von sieben Kindern in Alpl bei Krieglach (Steiermark/Österreich) zur Welt. Er widmete er sich mit Leidenschaft der Schriftstellerei und schrieb unter anderem auch seine Kindheitserinnerungen nieder. Kreisheimatpfleger Wrba las aus der Geschichte „Weg nach Mariazell“, welche von einer Wallfahrt handelte, die sein Vater nach seinem glücklich überstandenen Unfall gelobt hatte.

Aufgelockert wurde die Geschichte mit Stücken der Further Volksmusik, welche einen passenden musikalischen Rahmen bildete und so die Erzählung richtig zur Wirkung brachte. Die Zuhörer fühlten sich mit Volksmusikstücken der Region in die Zeit des Waldbauernbub zurück versetzt und erzeugte so bei den Zuhörern die passende Stimmung für diese Geschichte. Vorweg bat der Kreisheimatpfleger von Beifall während des Vortrages abzusehen, um das Gefühl der Kombination von Erzählung und Musik besser wirken zu lassen. Die Further Volksmusik bestand aus Martha Wutz (Leitung und Hackbrett), Elisabeth Würz (Zither), Gabi Mayer (Harfe), Christian Hastreiter (Akkordeon) und Stefan Gockeln (Kontragitarre).

Bevor Wrba mit der Erzählung begann, informierte er die Anwesenden über den Wallfahrtsort Mariazell. Mariazell liegt etwa auf 800 Metern, mitten in den steirischen Kalkalpen. Ein Mönch aus dem Benediktiner-Stift St. Lambrecht hatte die Seelsorge der Bergleute in dieser verlassenen Gegend aufgetragen bekommen. In seiner Zeile stellte er eine kleine Holzfigur (die sitzende Maria mit dem Kinde) auf, welche von den Gläubigen alsbald innig verehrt wurde. Im Laufe der Zeit entwickelte sich dann eine immer stärker einsetzende Wallfahrt was dazu führte, daß natürlich auch das Gotteshaus vergrößert werden mußte, um den vielen Gläubigen und den vielen Opfergaben ausreichend Platz zu bieten. Hans Wrba hatte hierfür extra ein paar Leihgaben aus Mariazell mitgebracht und ausgestellt.

Die Geschichte „Weg nach Mariazell“ begann mit der Erklärung eines normalen Tages auf der Feldarbeit. Rossegger war ein kleiner Bub und saß auf der Egge, um diese je nach Bodenbeschaffenheit mit dem Aufsitzen einzuschweren oder mit Absteigen wieder zu entlasten. Als nun der Bub wieder einmal auf der Egge saß, ging das Ochsengespann durch, geriet unter die Egge und wurde mitgeschleifft. Als das Ochsengespann wieder zum Stehen gekommen war und der Vater das Gespann erreicht hatte, sah er lediglich ein kleines, über und über mit Dreck verschmiertes Bündel unter der Egge liegen. Angesichts des kürzlich zur Welt gekommenen Nachwuchses, stieß der Vater einen entsetzten Ruf aus: "Kaum ist der oane Bub kemma, is da andere Bub scho wieder ganga". Als er nun das Bündel unter der Egge hervorzogen hatte, stellte er überglücklich fest, daß bis auf ein paar kleinere Verletzungen der Bub unverletzt war. Aus Freude über den glücklichen Ausgang gelobte der Vater eine Wallfahrt nach Mariazell. Und so begab es sich, daß sich am Michaelistag beide auf den Weg zur Gnadenmutter machten. Schon beim Aufbruch fiel dem jungen Wallfahrer auf, daß sein Vater ein Ding in graues Papier eingewickelt hatte. Er konnte jedoch nicht erkennen, um was es sich dabei gehandelt hatte. Erst bei Ankunft stellte sich heraus, daß es ein abgebrochener Eisenzahn der Egge war. Die eindrucksvolle Wegbeschreibung nahm die Zuhörer mit durch Täler und Anhöhen, über Brücken, durch Ortschaften, schilderte die Übernachtung der Wallfahrer bis hin, als sie sich auf Knieen rutschend und den Rosenkranz betend dem Gnadenbild näherten.

Alles in Allem war die Lesung eine gelungene Veranstaltung und die vielen Gäste sichtlich beeindruckt. Die Vorsitzende Maria Saurer bedankte sich beim Kreisheimatpfleger und bei der Further Volksmusik für dieses Erlebnis mit einem kleinen Präsent und lud alle noch zu Kaffee und Kuchen zum Verweilen ein.

Bildungsveranstaltung KDFB Gleißenberg